Stuttgart | Zukunft der Schleyer-Halle

  24.07.2026

Der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart hat den Start einer ergebnisoffenen Markterkundung für den Ersatz der Hanns-Martin-Schleyer-Halle beschlossen. Ziel sind private Investitionen und eine moderne Veranstaltungsinfrastruktur, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Stuttgart langfristig zu sichern. Die Landeshauptstadt Stuttgart schafft die Voraussetzungen, die mehr als 40 Jahre alte Hanns-Martin-Schleyer-Halle durch eine zukunftsfähige Veranstaltungsinfrastruktur zu ersetzen. Der Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen hat die Durchführung eines ergebnisoffenen Markterkundungsverfahrens beschlossen. Ziel ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Veranstaltungsstandorts Stuttgart langfristig zu sichern und private Investitionen zu gewinnen.

Stuttgarts OB Dr. Frank Nopper zur Hanns-Martin-Schleyer-Halle: „Eine moderne und funktionsfähige Halle für die Durchführung von Großveranstaltungen ist ein wichtiger Wirtschafts-, Image- und Attraktivitätsfaktor für eine Stadt – erst recht für eine Landeshauptstadt mit hoher Zentralität. Mit einer Markterkundung und mit einer Machbarkeitsstudie wollen wir einen allerersten, ergebnisoffenen Schritt in Richtung einer tragfähigen Zukunftslösung gehen.“

Die Hanns-Martin-Schleyer-Halle zählt gemeinsam mit der Porsche-Arena zu den wichtigsten Veranstaltungsstätten der Stadt. Das Hallenduo zieht jährlich rund 1,4 Millionen Besucherinnen und Besucher an und sorgt für eine inflationsbereinigte Umwegrendite von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr für den Wirtschaftsstandort Stuttgart. Die bestehende Hanns-Martin-Schleyer-Halle stößt jedoch zunehmend an ihre baulichen und funktionalen Grenzen. In den kommenden fünf bis zehn Jahren wären allein für die Instandhaltung Investitionen von rund 150 Millionen Euro erforderlich. Gleichzeitig würden zentrale Defizite – etwa die zu geringe Hallenhöhe für internationale Konzertproduktionen sowie veraltete Backstage- und Publikumsbereiche – auch nach einer Sanierung bestehen bleiben. Hinzu kommt der wachsende Wettbewerb mit anderen deutschen Veranstaltungsstandorten. Neue Großarenen in München, Frankfurt und Berlin werden in den kommenden Jahren zusätzliche Kapazitäten schaffen und um internationale Veranstaltungen konkurrieren. Eine Machbarkeitsstudie hat verschiedene Optionen untersucht. Demnach beseitigt weder eine Teil- noch eine Gesamtsanierung die entscheidenden funktionalen Defizite der bestehenden Halle. Ein Neubau in direkter Anbindung an die Porsche-Arena bietet dagegen die besten Voraussetzungen, um den Standort langfristig wettbewerbsfähig zu halten und zusätzliche wirtschaftliche Impulse für Stuttgart zu schaffen.

Um die finanzielle Belastung für die Stadt zu begrenzen, soll nun ein Investorenmodell geprüft werden. Geplant ist eine ergebnisoffene Markterkundung durch die Objektgesellschaft Schleyer-Halle und Neue Arena KG (OSA KG). Ziel ist es, das Interesse potenzieller Investoren sowie geeignete Finanzierungs- und Betreibermodelle auszuloten. Der vorgesehene Ansatz sieht vor, eine gemeinsame Gesellschaft für das Hallenduo zu gründen. Die Landeshauptstadt Stuttgart würde dabei weiterhin Einfluss auf den Veranstaltungsmix und den Belegungskalender behalten. Auch der Betrieb der Hallen sowie die Beschäftigten von in.Stuttgart sollen integraler Bestandteil des künftigen Modells bleiben.

Nachhaltigkeit und Gesamtplanung des Wasens werden mitgedacht

Der Beschlussvorschlag war gegenüber der ursprünglichen Planung erweitert. So werden im weiteren Verfahren Nachhaltigkeitsaspekte wie Kreislaufwirtschaft, Aquathermie, Photovoltaik und ein Mobilitätskonzept in einer vertiefenden Machbarkeitsstudie untersucht. Daran soll sich ein Qualitätssicherungsverfahren, beispielsweise in Form eines Wettbewerbs, anschließen. Darüber hinaus soll die planerische Gesamtentwicklung des Cannstatter Wasens stärker berücksichtigt werden. Dafür werden im Doppelhaushalt 2026/2027 jeweils 0,5 Millionen Euro an in.Stuttgart für eine infrastrukturelle Gesamtkonzeption der Flächen bereitgestellt. Der Gesellschafterzuschuss an die OSA KG reduziert sich entsprechend auf jeweils 2,0 Millionen Euro.

Die Markterkundung soll zunächst unverbindlich die Rahmenbedingungen am Markt ausloten. Die Ergebnisse und die Einschätzung zur Realisierbarkeit eines Investorenmodells sollen dem Gemeinderat im Herbst 2026 vorgestellt werden. Ziel ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit dem Gemeinderat spätestens im ersten Quartal 2027 ein Aufstellungsbeschluss für das weitere Verfahren vorgelegt werden kann.

Mehr Infos: https://www.stuttgart.de/pressemitteilungen/2026/juli/hanns-martin-schleyer-halle-markterkundung-fuer-investorenmodell-beschlossen-7117244   

Quelle: Landeshauptstadt Stuttgart