STARK FÜRS KLIMA | Folge 9: Abfallreduktion
SPORT UND KLIMA lautet das Jahresmotto 2026 der SportRegion Stuttgart. In diesem Zusammenhang gibt es gleich vier Online-Serien. Die 9. Folge der Rubrik STARK FÜRS KLIMA beschäftigt sich mit dem Thema Abfallreduktion.
Folge 9: Abfallreduktion
Das Statistische Bundesamt teilte am 5. Juni 2026, dem Tag der Umwelt, die Zahlen zum deutschen Abfallaufkommen im Jahr 2024 mit – für 2025 liegen Stand aktuell noch keine offiziellen Angaben vor. Insgesamt wurden 363 Millionen Tonnen Müll produziert, das ist ein Rückgang von 4,6 % und der niedrigste Stand seit 15 Jahren. Was jedoch gestiegen ist, ist der Anteil in Höhe von 0,8 % an Siedlungsabfällen, wozu insbesondere Haushaltsabfall zählt. Pro Kopf bedeutet dies mehr als 450 Kilogramm, dazu kommen 187 Kilogramm Haus- und Sperrmüll. Auch wenn die Verwertungsquote, d.h. die Nutzung als Rohstoff für neue Produkte (Recycling) oder als Energiequelle für Strom und Wärme (Verbrennung), in Deutschland bei knapp 80 % liegt, beträgt die Menge an achtlos entsorgten Abfällen im öffentlichen Raum laut einer Studie von 2020 des Umweltbundesamts pro Einwohner und Jahr knapp 140 Liter. Bei diesem sogenannten „Littering“ werden vor allem Plastik und andere nicht biologisch abbaubare Materialien wie z. B. Zigaretten unsachgemäß beseitigt. Neben ökonomischen Folgen, im Sinne von hohen Reinigungskosten, wird die Umwelt bzw. Boden, Wasser sowie Luft stark durch so ein Vorgehen verschmutzt und Lebensräume/ -wesen werden gefährdet.
Zur Beseitigung von Umweltverschmutzung gab es 2008 in Estland einen Aktionstag der Stiftung „Let’s Do It World“. Daraus entstand der seit 2024 offizielle UN-Aktionstag und jährlich am 20. September stattfindende „World Cleanup Day“. Er gehört zu den weltweit größten Bürgerbewegungen, die gemeinsam Straßen, Parks, Strände, Wälder, Flüsse, Uferbereiche und Meere von nachlässig weggeworfenem Müll befreien. 2025 sammelten weltweit 24,7 Millionen Menschen aus über 190 Ländern knapp 185.000 Tonnen Müll ein. In Deutschland konnten die 672.600 Beteiligten (2024: 631.300) im vergangenen Jahr 2.326 Tonnen Müll (2024: 2.1426) zusammentragen. Auf der Homepage des Vereins Let’s Do It! Germany e. V. gibt es Infos zur Teilnahme an und der Durchführung einer Cleanup-Veranstaltung.
Wer als Sportlerin und Sportler oder als Verein sowie Verband einen Beitrag zur Säuberung der Natur leisten möchte, hat dafür unter anderem folgende Möglichkeiten:
- Mitwirken an, Bewerben oder Organisieren eines Cleanup-Events
- Sportausrüstung reparieren, gebraucht kaufen oder recycelte Materialien wählen
- Nutzung von wiederverwendbaren Trinkflaschen und (Pfand-)Geschirr, z. B. bei Veranstaltungen
- Bei Sport im Freien entweder Müll in Abfallbehältern oder mitnehmen und zuhause entsorgen
- Bewusstsein für richtiges Handeln bei Mitgliedern vermitteln wie durch Mülltrennung, ausreichend Abfallbehälter auf dem Vereinsgelände oder Infoplakate
- Umweltbeauftragten benennen
Fazit: Durch die unsachgemäße Entsorgung von Müll gelangen giftige Stoffe in die Ökosysteme. Neben Gefahren für Tiere entstehen auch Auswirkungen in Form von gesundheitlichen Risiken für den Menschen, wie beispielsweise Asthma aufgrund von Feinstaub. Wer demnach die Natur schändet, schändet sich also auch selbst.
Best-Practice-Beispiele: Eine weitere Option zur Umwelt-Reinigung ist die Kombination aus Joggen und Müll sammeln. Die Idee für das „Plogging“ – der Begriff setzt sich aus den schwedischen Wörtern „plocka upp“ (aufsammeln) und „jogga“ (joggen) zusammen – stammt aus dem Jahr 2016 von Erik Ahlström. An diesem Konzept kann sich wer möchte auch im Zuge des „World Cleanup Run“ (18. – 20. September) von Lauf Weiter orientieren. Ziel es primär allerdings, mit jedem gelaufenen Kilometer 0,25 € an Let’s Do It! Germany e. V. zu spenden, wodurch Cleanup-Aktionen, Umweltbildung und das gemeinsame Engagement für eine saubere Zukunft unterstützt werden. Aus der Region Stuttgart stärken der Volleyball-Landesverband Württemberg sowie der Schwäbische Skiverband e.V. das Bewusstsein für eine saubere Natur, indem sie auf den „World Cleanup Day“ aufmerksam machen.
Weitere Informationen: Per Klick geht es zu den Websites vom „Plogging“ und „World Cleanup Run“.