STARK FÜRS KLIMA | Folge 7: Sportevents

  12.07.2026

SPORT UND KLIMA lautet das Jahresmotto 2026 der SportRegion Stuttgart. In diesem Zusammenhang gibt es gleich vier Online-Serien. Die 7. Folge der Rubrik STARK FÜRS KLIMA beschäftigt sich mit (nachhaltigen) Sportevents.

Folge 7: Sportevents

Im Moment schaut ein Großteil der Welt auf die USA, Kanada und Mexiko, dort findet die Fußballweltmeisterschaft statt. Das Finale wird am 19. Juli 2026 ausgetragem – allerdings ohne Beteiligung von Deutschland. Nichtsdestotrotz liefert das Turnier einen Grund sich mit dem Thema Sport(groß)veranstaltungen und Klima zu beschäftigen. In diesem Artikel soll der Schwerpunkt dabei auf alltäglicheren Events liegen. 

Sportveranstaltungen und das Klima beeinflussen sich gegenseitig. Einerseits tragen Sportevents zum Klimawandel bei, andererseits wirken sich die Folgen des Klimawandels zunehmend auf den Sport aus. Einige Auswirkungen wurden bereits in den vorherigen Monaten näher betrachtet. Weitere Nachteile im Zuge von Sportevents durch den Klimawandel sind steigende Kosten für Veranstalter in Folge von Anpassungsmaßnahmen, Unsicherheit bei der Planung aufgrund extremer Wetterereignisse oder die Gefährdung traditioneller Sportarten. Vor allem die nachfolgenden Einflussfaktoren haben negative Effekte auf das Klima:

  • Hohe CO₂-Emissionen durch An- und Abreise von Zuschauern, Teams und Offiziellen
  • Hoher Energieverbrauch für Stadien, Beleuchtung, Klimaanlagen und Beschneiungsanlagen
  • Hoher Ressourcenverbrauch (Einwegverpackungen, Wasser, Lebensmittel)
  • Abfallaufkommen und Umweltbelastung (Lebensmittel, Fanartikel)

Für Sportveranstaltungen lassen sich daraus vier Handlungsfelder ableiten: Energie und Klima, Verkehr, Sportstätten und Infrastruktur, Verpflegung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat gemeinsam mit der Deutschen Hochschule (DSHS) und dem Ökoinstitut das Projekt „Nachhaltige Sport[groß]veranstaltungen“ ins Leben gerufen. Ein Resultat besteht darin, dass zu jedem obigen Handlungsfeld Empfehlungen ausgesprochen und in einem Maßnahmenkatalog zusammengefasst wurden, um Sportevents klimafreundlicher zu gestalten.

Die nun genannten Lösungsvorschläge sollen eine grobe Übersicht für Veranstaltende darstellen:

  • Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bewerben und Förderung von Fahrrad-, Fahrgemeinschafts- oder Shuttle-Angeboten
  • Einsatz erneuerbarer, grüner Energien in Sportstätten und für das Eventgelände
  • Energieeffiziente Stadien als Austragungsort wählen
  • Veranstaltungszeiten im Dunkeln meiden, um Bedarf von Flutlicht zu vermeiden
  • Mülltrennung und -vermeidung durch Mehrwegsysteme und Recycling
  • Regionale und nachhaltige (vegetarisch oder vegan) Verpflegung anbieten
  • Digitale Organisation durch Verzicht auf gedruckte Flyer, Plakate oder Broschüren
  • Ausgabe von regionalen und nachhaltigen Preisen 
  • Wassersparende Bewässerung und nachhaltige Pflege von Sportanlagen
  • Sensibilisierung von Sportlern, Vereinen und Zuschauern für klimafreundliches Verhalten

Wer sich für den Klimaschutz im Zuge einer Sportveranstaltung einsetzt, hat in Baden-Württemberg sogar die Möglichkeit, dieses als „Green Event“ auszeichnen zu lassen. Es handelt sich dabei um ein Bewertungskriterium für nachhaltige Veranstaltungen, welches von der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg geschaffen wurde. Die Beurteilung der getroffenen Maßnahmen erfolgt durch eine Selbstauskunft sowie eine automatische Bewertung. Werden die festgelegten Kriterien erfüllt, darf sich das Event mit dem Logo „Green Event BW“ vermarkten. 

Fazit: Sportveranstaltungen sind in vielerlei Hinsicht für die Gesellschaft wichtig. Unter anderem bringen sie Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts oder unterschiedlicher Herkunft zusammen. Um in einigen Jahren auch noch von dem daraus resultierenden Gemeinschaftsgefühl profitieren zu können, bedarf es dem Schutz des Klimas. 

Best-Practice-Beispiele: Als Nachhaltigkeitsaktion wird das Sommerfest des MTV Ludwigsburg gestaltet. Der Verein ist Mitglieder der N!-Charta Sport und möchte das Event jedes Jahr noch nachhaltiger umsetzen. Schwerpunkte liegen dabei auf der Integration von Inklusionsgruppen, der Vermeidung von Müll als auch in der Kooperation mit regionalen Partnern. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, hat dazu am 18. Juli 2026 Gelegenheit. 

Weitere Informationen: Alles zum Projekt „Nachhaltige Sport[groß-]veranstaltungen“ ist unter diesem Link zu finden: nachhaltige-sportveranstaltungen.de/verstaendnis/transformationsbereiche/klima. Infos über das „Green Event“ lassen sich unter nachhaltigkeitsstrategie.de/greeneventbw finden.