STARK FÜRS KLIMA | Folge 6: Sport und Hitze

  21.06.2026

SPORT UND KLIMA lautet das Jahresmotto 2026 der SportRegion Stuttgart. In diesem Zusammenhang gibt es gleich vier Online-Serien. Die 6. Folge der Rubrik STARK FÜRS KLIMA beschäftigt sich mit der Hitze und ihren Auswirkungen auf das Sportgeschehen.

Folge 6: Sport und Hitze

Mit dem Juni startet die schönste Jahreszeit des Jahres – der Sommer. Passend dazu zeigt sich das Wetter aktuell von seiner besten Seite: kaum Wolken am Himmel und heiße Temperaturen. Meteorologisch gilt ein Tag als heiß, sobald die Tageshöchsttemperatur in gemäßigten Klimazonen bei 30 °C oder höher liegt. Es handelt sich dann um einen sog. „Hitzetag“. Da diese, besonders wenn sie als „Hitzewelle“, im Sinne von drei aufeinanderfolgenden Hitzetagen, auftreten, nicht ungefährlich sind, spricht der Deutsche Wetterdienst sogar Hitzewarnungen aus. Gerade in solchen Situationen ist es wichtig zu wissen, welche Maßnahmen zum Schutz des eigenen Körpers es gibt. Bundesweit finden jährlich am 11. Juni, dem „Hitzeaktionstag“, dazu Aktionen, Veranstaltungen und Gespräche statt, um die Hitzeresilienz in Deutschland zu stärken.  

Bereits in vorangegangen Artikeln dieser Serie wurde erwähnt, dass eine Folge des Klimawandels in der Erwärmung der Erde besteht. Die Durchschnittstemperaturen steigen Jahr für Jahr an, was weltweit zu einer massiven Zunahme von Hitzetagen, extremeren Hitzewellen und Tropennächten, also Nächte, deren niedrigste Temperatur 20 °C nicht unterschreitet, führt. Neben fatalen Auswirkungen auf die Umwelt, sei es Trockenheit und Dürre, Waldbrandgefahr sowie Wasserknappheit, ergeben sich dadurch wie oben angesprochen auch erhebliche Risiken für den Menschen: z. B. Dehydration, Herz-Kreislauf-Probleme oder – im schlimmsten Fall – Tod. Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere, ältere Personen und chronisch Kranke. Zu dieser Gruppe hinzu kommen noch Sportlerinnen und Sportler. Eine Mehrbelastung des Körpers führt allgemein immer zu einem steigenden Puls. Neben der ohnehin bereits erhöhten Energieaufwendung, um den Organismus bei Hitze zu kühlen, kann die Folge ein überbeanspruchtes Herz-Kreislauf-System sowie Leistungsabfall sein. Heiße Tage belasten vor allem Ausdauer- und Mannschaftssportarten im Freien, wozu Fußball, Marathon, Radfahren, Tennis und Beachvolleyball zählen. Die nachfolgenden Tipps können dabei helfen, auf sportliche Aktivitäten während sommerlichen Wetters nicht komplett verzichten zu müssen: 

Vor der Belastung

  • Ausreichend trinken
  • Akklimatisation, durch schrittweise Gewöhnung an hohe Temperaturen
  • Vorkühlen mit Hilfe kalte Getränke, Eis-Slushies, Kühlwesten, Kühlhandtücher oder kalte Duschen
  • Geeignete, d. h. helle, lockere, atmungsaktive, und schweißableitende Kleidung tragen
  • Leichtes Essen wählen
  • Bei hoher UV-Strahlung Sonnenschutz auftragen

Während der Belastung

  • Alle 15 – 20 Minuten trinken; gerne elektrolythaltige Getränke
  • Intensität in Form von reduziertem Tempo und Trainingsumfang wenn möglich anpassen
  • Regelmäßige Pausen im Schatten oder an kühleren Orten
  • Körper kühlen 
  • Sofern machbar, früh morgens oder abends trainieren sowie in kühleren Bereichen, bspw. im Wald, Sport treiben
  • Warnzeichen im Sinne von Schwindel, Schwächegefühl, Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen, Muskelzittern, heißer, trockener Haut und übermäßigem Schwitzen beachten und Belastung in diesem Fall sofort beenden 

Nach der Belastung

  • Verlorene Flüssigkeit schrittweise nachtrinken
  • Körper kühlen 
  • Erholung überwachen 

Achtung: Ab einer Temperatur von über 30 °C wird von intensiver Bewegung im Freien abgeraten!

Fazit: „Hitze ist das größte durch die Klimakrise bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland.“ heißt es auf der Homepage des „Hitzeaktionstags“. Allein für den Sommer 2025 wurden bis zur Kalenderwoche 38 ca. 2.500 hitzebedingte Sterbefälle ermittelt. Laut der Wissenschaft erhöht der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Hitzeperioden. Entsprechende Anpassungsmaßnahmen sind demnach lebenserhaltend. 

Best-Practice-Beispiele: Nicht nur Sportlerinnen und Sportler selbst, sondern auch deren Trainerinnen und Trainer sowie die Vereins- und Verbandsspitze sollten ein Auge auf den Hitzeschutz haben. Hierbei kann es helfen, Infomaterial zu verteilen oder Handlungsempfehlungen auszusprechen, wie es z. B. der Württembergische Tennis-Bund getan hat. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, sich mit einer Veranstaltung am „Hitzeaktionstag“ zu beteiligen. 

Weitere Informationen: Allgemeinere Ratschläge zum Schutz gegen Hitze gibt es vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz unter bundesumweltministerium.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/klimawandel_meistern_tipps_bf.pdf. Ergänzend zu den bereits genannten Tipps wurde für Sportreibende bzw. den organisierten Sport vom Bundesministerium für Gesundheit zudem ein Musterhitzeschutzplan herausgegeben. Er bezieht sich u. a. auf Sportstätten oder Wettkämpfe und ist hier zu finden: bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/H/Hitzeschutzplan/Bundesempfehlung_Musterhitzeschutzplan_Sport_BMG_Layout_bf.pdf.