STARK FÜRS KLIMA | Folge 3: Wasser und Sport
06.03.2026
SPORT UND KLIMA lautet das Jahresmotto 2026 der SportRegion Stuttgart. In diesem Zusammenhang gibt es gleich vier Online-Serien. Die 3. Folge der Rubrik STARK FÜRS KLIMA beschäftigt sich mit dem Wasser und wie wichtig es für Sportlerinnen und Sportler ist.
Folge 3: Wasser und Sport
„Wasser ist die Grundlage für das Leben auf der Erde und daher ein unverzichtbares Gut“, heißt es auf der Seite statista.com. Lebewesen benötigen vorrangig Trinkwasser in Form von Süßwasser. Allerdings gehören von den zwei Dritteln der Welt, welche mit Wasser bedeckt sind, dazu lediglich knapp 3 %. Hinzu kommt, dass ein Großteil davon nicht nutzbar ist, weil er unzugänglich ist. Dann wäre da noch die sehr ungleiche Verteilung der Wasservorräte: Industrieländer haben einen hohen Wasserverbrauch – in Deutschland verbraucht eine Person täglich 126 Liter Trinkwasser –, was mit den Lebensstandards und Produktionen zusammenhängt, und ärmere Länder haben mit Wassermangel (akuter Mangel an trinkbarem Süßwasser) zu kämpfen. Zuletzt wird der Wasserkreislauf negativ durch menschliche Eingriffe, wie z. B. Veränderungen des Gewässerbettes, Bebauung sowie zunehmende Versiegelung, Abholzung und landwirtschaftliche Bewirtschaftung oder auch allen voran dem Klimawandel, beeinflusst. Die aufgeführten Fakten machen deutlich, dass ein Handeln in verschiedensten Lebensbereichen zum Schutz der Ressource Wasser zwingend notwendig ist. An deren Bedeutung erinnert seit 1993 jährlich am 22. März der „Weltwassertag“.
Die Folgen des Klimawandels zeigen sich in unterschiedlichen Ausprägungen, welche auch den Sport betreffen. Flüsse und Seen führen weniger Wasser, was die Ausübung von Wassersport beeinflusst; Bäume vertrocknen, wodurch es weniger Schatten auf Sportplätzen gibt; Gletscher schmelzen, weshalb Schneesport vielleicht irgendwann nicht mehr wie gewohnt möglich sein könnte; Starkregenfälle auf der einen Seite überfluten Sportplätze und Wasserknappheit auf der anderen Seite erschwert die Instandhaltung von Sportinfrastruktur. Demnach müssen sich sowohl einzelne Sportlerinnen und Sportler als auch Vereine mit dem Thema Wassermanagement auseinandersetzen, um die eigenen Interessen in der Zukunft zu sichern. Nachfolgend werden einige – einfach umsetzbare – Tipps zum Wasser sparen für beide Gruppen vorgestellt.
Sportler
- Verwendung einer wiederverwendbaren Trinkflasche oder Glas- anstelle von PET-Flaschen
- Leitungswasser statt Flaschenwasser trinken
- Mit übrigem Wasser in der Trinkflasche Pflanzen gießen
- Nach dem Sport duschen statt Baden
- Während dem Einseifen das Wasser abstellen
- Sportausrüstung wassersparend reinigen
- Bereits 2 – 3 Stunden vor dem Sport die Flüssigkeitsreserven auffüllen
- Trinkmenge an Intensität und Dauer des Trainings anpassen
- Bei der Ernährung möglichst auf Fleisch verzichten
- Bei Hitze lieber früh morgens oder abends trainieren
- Müll in der Nähe von Gewässern vermeiden und lokale Entsorgungsmöglichkeiten nutzen
- Teilnahme an Reinigungsaktionen
- Eco-Waschprogramm für Sportkleidung bei der Waschmaschine auswählen und diese nur voll laufen lassen
- Leicht verschwitzte Sportkleidung erstmal auslüften statt sofort waschen
- Funktionskleidung, die weniger Gerüche speichert, tragen
- Nachhaltige Sportmarken unterstützen
Vereine
- Wasserspender anbieten
- Sparduschköpfe oder selbstschließende Duscharmaturen installieren
- Nachhaltige Kunststoffoberflächen für Sportfreianlagen verwenden anstelle von Gras
- Wasserspeichernde Bodensubstrate einsetzen
- Nachrüsten und regelmäßige Wartung von Bewässerungsanlagen
- Vorrausschauende Beregnung von Sportanlagen unter Einbeziehung von Wetterberichten
- Bewässerung von Sportplätzen nachts vornehmen
- Regenwasser auffangen und damit gießen oder es anderweitig nutzen
- Mit nachhaltigen Reinigungsmitteln putzen
- Schutzvorkehrungen gegen Hochwasser vornehmen
- Hitzetolerante Vegetationskonzepte entwickeln
- Weiterbildungen und Aufklärungsarbeit für Mitglieder anbieten
- Hinweisschilder abringen (z. B. „Bitte wassersparend duschen!“)
Fazit: Wasserknappheit könnte in Zukunft sogar weltweite Konflikte auslösen und wird bereits heute als taktisches Mittel, etwa durch Zerstörung von Infrastruktur, eingesetzt. Umso wichtiger ist faires Management von Wasser. Und wo wird Fairness größer geschrieben als im Sport? Der vorliegende Artikel soll einen Anstoß geben, sich mit dem Thema Wasser sparen in allen Lebensbereichen auseinanderzusetzen und dementsprechend zu handeln.
Best-Practice-Beispiele: Der Verein „a tip: tap“ hat sich das Ziel gesetzt, Leitungswasser in Sportvereinen als Durstlöscher Nummer 1 zu etablieren. Auf seiner Homepage (https://atiptap.org/projekte/leitungswasser-im-sportverein/) stellt er Maßnahmen, wie die Beratung von Sportvereinen oder auch Weiterbildungsangebote bereit. Zudem werden leitungswasserfreundliche Sportorganisationen, was keine Ausgabe von Geld für Flaschenwasser, leichten Zugang zu Leitungswasser und Leitungswasser bei Veranstaltungen bedeutet, ausgezeichnet. Aus der Region Stuttgart zählt hierzu auch die Tennisabteilung der SV Böblingen.
Weitere Informationen: Auch größere Akteure wie Verbände spielen eine entscheidende Rolle, wenn es um die Schaffung eines bewussten Umgangs mit Wasser geht. Der Deutsche Olypmische Sportbund (DOSB) veranstaltet beispielsweise regelmäßig ein Symposium zur nachhaltigen Entwicklung des Sports und hat in diesem Zusammenhang auch bereits das Thema „Sport und Wasser“ behandelt. Die komplette Dokumentation als Beratung gibt es hier: https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/dokumentation-sport-und-wasser-erschienen.
