Sportklettern | Kritik am geplanten Kletterverbot
Die Sicherungs- und Sanierungsarbeiten an der Burgruine Reußenstein bei Neidlingen führen zu wachsender Kritik seitens des organisierten Klettersports. Die DAV Sektionen Schwaben und Stuttgart sehen insbesondere die geplante dauerhafte Sperrung des Kletterfelsens kritisch und fordern eine erneute Prüfung der Entscheidung. Während die Maßnahmen zur Stabilisierung der Felsen und zur Sicherung der darunter verlaufenden Wege – insbesondere der sogenannten Pfannensteige – weithin als notwendig angesehen werden, stößt eine begleitende Regelung auf Unverständnis: Im Rahmen einer naturschutzrechtlichen Abweichungsentscheidung wurde ein dauerhaftes Kletterverbot für den Reußenstein festgelegt – allerdings nicht als eigenständige Entscheidung, sondern als Nebenbestimmung im Zuge der Sanierungsmaßnahmen.
In einem mit dem Arbeitskreis Klettern und Naturschutz Lenninger Alb erarbeiteten Schreiben an Landrat Marcel Musolf kritisieren die DAV Sektionen, dass eine differenzierte Abwägung zwischen Naturschutz, öffentlicher Nutzung und der traditionellen Nutzung durch den Klettersport nicht erkennbar sei. Stattdessen werde mit der vollständigen Sperrung die weitreichendste Form der Einschränkung gewählt. „Wir haben großes Verständnis für notwendige Sicherungsmaßnahmen und den Schutz sensibler Naturbereiche. Ein pauschales und dauerhaftes Kletterverbot ohne erkennbare Abwägung halten wir jedoch für unverhältnismäßig“, sagt Frank Boettiger, der Vorsitzende der DAV Sektion Schwaben.
Die Verbände verweisen auf bestehende Alternativen: Laut den zugrunde liegenden Gutachten gebe es im Umfeld zahlreiche mögliche Flächen für Ausgleichsmaßnahmen, von denen nur ein kleiner Teil überhaupt für den Klettersport relevant sei. Aus ihrer Sicht eröffne dies Spielräume, Naturschutz und Klettern miteinander zu vereinbaren, ohne den gesamten Fels zu sperren.
Mehr Infos: https://www.alpenverein-schwaben.de/artikel/Reussenstein-Drohende-Sperrung/147969
Quelle: Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins