SPORT UND KLIMA | Württembergischer Pferdesportverband
SPORT UND KLIMA lautet das Jahresmotto 2026 der SportRegion Stuttgart. In diesem Zusammenhang gibt es gleich vier Online-Serien. In der 10. Folge der „Beispiele aus der Praxis“ geht es um den Württembergischen Pferdesportverband (WPSV).
Folge 11: Der WPSV un0
Die Jugend im Pferdesport zeigt es: Aus vielen Dingen kann man noch etwas Nützliches machen. Egal ob man Geschenkpapier aus leeren Futtersäcken herstellt oder Holzreste für Cavaletti benutzt, also für die niedrigen Bodenhindernisse, die für das Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitstraining eingesetzt werden. Oder aber aus dem ausrangierten Stallhalfter eine Blumenampel bastelt oder ob eine Leckerli-Bar aus Holzbrettern und Besenstielen entsteht. Im Projekt „Upcycling im Pferdesport – aus Alt mach Neu“ sind schon viele gute Ideen geboren worden.
Seit 2025 gibt es dieses Projekt, und ein Verein, der ganz vorne dabei ist, ist der Reit- und Fahrverein (RFV) Dornhan. Die Vereinsjugend reichte dafür drei hölzerne Lehrtafeln zu den Themen Fütterung, Körperbau, Sinne, Abzeichen sowie Stall und Ausrüstung ein. Diese wurden kreativ aus alten oder wiederverwendeten Materialien gestaltet. Zudem bastelt der RFV-Nachwuchs regelmäßig aus ausgedienten Reiterutensilien wie Hufeisen, Steigbügeln und Gebissen neue Dekorationen, die bei Festen für einen guten Zweck verkauft werden.
Die Geschäftsführerin des Württembergischen Pferdesportverbands (WPSV,) Angelique Pöttrich, ist überzeugt: „Reitsport ist per se nachhaltig bei der Pferdehaltung.“ Manche verkaufen zum Beispiel ihren Mist an Biogasanlagen. Standard sei zudem, dass die Landwirte, „die hinter unseren Vereinen stehen, ökologisch arbeiten“, so Pöttrich. Dazu kommt: Bio- und Demeterbetriebe nehmen ihren Angaben zufolge „auch im Reitsport zu“, betont die WPSV-Geschäftsführerin. Ferner gibt es erste wissenschaftlich begleitete Tests, ob Reitböden durch Matten ersetzt werden können. Üblich sind bisher Sandböden, und die benötigen viel Wasser, damit kein Staub entsteht. Mit Mattenböden könnte der Wasserverbrauch reduziert werden.
Klar ist allerdings auch, dass Pferde Mist machen. Dabei gibt es viele Einstreuvarianten wie Standardstroh, Späne oder Sägemehl. Ziel sei es in jedem Fall, so Pöttrich, „den Mist der Natur zurückzuführen“. Deshalb werde der Mist abgelagert und nach dem Abernten und Pflügen der Felder dem Boden wieder zugeführt. Auch der Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt rückt bei den Reitvereinen immer stärker in den Fokus. Dabei gibt es manchmal auch knifflige Situationen zu bewältigen. Etwa bei Arten, die in Stall und Reithalle einen Konflikt verursachen können, wie die Rauchschwalbe und der Hausrotschwanz. Mit Projekten zur Biodiversität auf Pferdesportanlagen suchen die Reiter auch hier nach Lösungen.
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