SPORT UND KLIMA | Folge 4: Volleyball-Landesverband Württemberg
SPORT UND KLIMA lautet das Jahresmotto 2026 der SportRegion Stuttgart. In diesem Zusammenhang gibt es gleich vier Online-Serien. In der 4. Folge der „Beispiele aus der Praxis“ geht es um den Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW).
Folge 4: Volleyballer koppeln Nachhaltigkeit mit Upcycling
Für den Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW) ist es keine Frage: Zukunftsfähig ist der Sport im Land nur, wenn er auch nachhaltig ist. Deshalb hat er schon sieben Mal den Wettbewerb „Sport und Nachhaltigkeit“ ausgeschrieben. Für den Volleyball Landesverband Württemberg (VLW) ist der Preis des Dachverbands eine Art Initialzündung gewesen. Denn im Jahr 2023 war der VLW unter den Gewinnern beim Nachhaltigkeitspreis des LSVBW – und das war zugleich der Startschuss für den Volleyball-Landesverband, vor drei Jahren selbst einen Nachhaltigkeitspreis für seine Vereine auszuloben.
Nun wurde die nächste Stufe gezündet, berichtet Torben Engelhardt von der Geschäftsleitung. Der VLW-Nachhaltigkeitspreis ist an den Upcyclingpreis gekoppelt worden. Upcycling statt Wegwerfen lautet das Motto. Denn der VLW wurde 2025 vom LSV erneut für sein nachhaltiges Engagement ausgezeichnet und gewann 10.000 Euro – dieses Mal für sein innovatives Upcycling-Projekt. Dafür gab es selbst von André Baumann, dem Staatssekretär im Umweltministerium, ein dickes Lob. „Dieser Preis ist eine Anerkennung für die Fachverbände, die sich engagiert dem Nachhaltigkeitsmanagement widmen. Sie sind wichtige Vorbilder für unsere Vereine im Land.“
Bereits seit Jahren setzen sich die Spitzenfunktionäre der Volleyballer aktiv für Umwelt- und Klimaschutz ein. Nun kommt also auch noch das Thema Upcycling hinzu. Beispiel gefällig? Beim VLW landen ausgedienten Volleybälle nicht im Müll, sondern bekommen ein zweites Leben. Mit kreativen Upcycling-Workshops werden alte Bälle in nützliche Alltagsgegenstände wie Taschen oder Schlüsselanhänger verwandelt. Die Workshops finden in Kooperation mit lokalen Sozialeinrichtungen in allen Bezirken statt. Teilnehmer dürfen ihre selbstgestalteten Produkte behalten, überzählige Artikel werden über den VLW-Shop verkauft. Die Erlöse fließen in weitere nachhaltige Projekte. Ergänzend zu den Workshops unterstützt der Verband die Vereine mit Infomaterialien und Do-It-Yourself-Videos zum Upcycling alter Bälle. Zudem bietet das "UpBall"-Programm die Möglichkeit, zwölf alte Mikasa-Bälle gegen einen neuen Molten-Ball einzutauschen. Die gesammelten Bälle werden entweder aufbereitet oder sozialen Projekten gespendet.
Die Vereine wollen da nicht nachstehen. So sicherte sich der TV Mühlacker 2025 den mit 700 Euro dotierten Hauptpreis beim VLW-Nachhaltigkeitswettbewerb. Ausgezeichnet wurde der Verein aus dem Enzkreis insbesondere für seinen Einsatz für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft von Sportsachen. Mit einer dauerhaft aufgestellten Kleidersammelbox in der Halle, einem organisierten Kleidertausch im Rahmen eines Turniers sowie im Volleyballalltag und der Spende ausrangierter Volleybälle nach Afrika sorgt der TV Mühlacker dafür, dass Sportsachen sinnvoll weitergenutzt werden und Ressourcen geschont bleiben, sagt Engelhardt.
Auch der VfL Sindelfingen überzeugte mit einem einfachen, aber wirkungsvollen Ansatz: Aus ausrangierten Volleybällen und leeren Klebebandrollen entstanden Produkte wie Spendenbälle für Spieltage. Zwei typische Abfallprodukte des Alltags im Volleyballbetrieb werden so sinnvoll weiterverwendet und in ein funktionales Vereinstool umgewandelt.
VLW-Mann Engelhardt betont: „Die Idee ist leicht umsetzbar und kann von anderen VLW-Vereinen problemlos übernommen werden.“ Zudem wolle man mit dem VLW-Upcyclingpreis das Thema Kreislaufwirtschaft im Volleyball weiter stärken „und unsere Vereine ermutigen, eigene nachhaltige Ideen umzusetzen“. Denn der nächste Wettbewerb wartet schon auf weitere kreative Preisträger.
Mehr Infos: https://www.vlw-online.de/cms/home/verband/projekte/nachhaltigkeit.xhtml