SPORT UND KLIMA | Folge 2: Schachverband Württemberg
  20.02.2026


SPORT UND KLIMA lautet das Jahresmotto 2026 der SportRegion Stuttgart. In diesem Zusammenhang gibt es gleich vier Online-Serien. In der 2. Folge der „Beispiele aus der Praxis“ geht es um den Schachverband Württemberg (SVW). Unser Mitarbeiter Frank Schwaibold hat mit SVW-Präsident Carsten Karthaus gesprochen.

Folge 2: Optimierte Spielklassen, kürzere Anfahrtswege

 

Herr Karthaus, welche Nachhaltigkeits-Maßnahmen sind beim Schachverband Württemberg geplant?
In naher Zukunft werden wir für unsere Vereine einen Nachhaltigkeitswettbewerb anbieten, um sie zu motivieren auch bei der N!Charta einzusteigen und nachhaltige Projekte in Schachvereinen zu fördern. Wir planen auf Verbandsebene die Einteilung und Auslosung unserer Spielklassen nach geografischen Gesichtspunkten zu optimieren, sodass wir Fahrten und damit CO2 reduzieren können. Auch die Lasten, die daraus für die Vereine entstehen, können besser auf alle Vereine verteilt werden. Und wir werden 2026 wieder einen DANKE-Abend anbieten, um gezielt herausragende Ehrenamtliche, die „leisen Schaffer“ auszuzeichnen und Wertschätzung zu transportieren.

Was wurde schon umgesetzt?
Wir haben uns 2024 der N!-Charta Sport angeschlossen. Als Nachhaltigkeitsaktion haben wir uns damals vorgenommen und auch realisiert, dass wir unseren Verbandstag 2025, der nur alle zwei Jahre stattfindet, als GreenEvent BW durchführen. Dazu haben wir verschiedene Maßnahmen ergriffen, z.B. CO2 Kompensation für Fahrten, Werbung für ÖPNV, klimaneutrales Papier, regionale und saisonale Produkte, Information der Delegierten oder Barrierefreiheit. Wir haben das Thema Nachhaltigkeit in allen Dimensionen in der Satzung als Grundsatz unseres Verbandes verankert. Wir haben unsere Reisekostenordnung verändert, dass sie Inklusion und Nachhaltigkeit fördert. Zudem versehen wir alle Ausschreibungen mit dem Hinweis, mit dem ÖPNV anzureisen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Wir führen jährlich eine Befragung all unserer Vereine durch, um Feedback zur Entwicklung des Verbandes und der Vereine einzuholen und damit zielgerichtet zu steuern.

Welche Erfahrungen hat die Verbandsspitze dabei gemacht?
Wir haben gemischte Erfahrungen gemacht. Positive, denn oft gelingen nachhaltige Maßnahmen mit kleinen Änderungen und es fängt beim Umdenken an. Doch wir haben auch erfahren, dass dieses Umdenken nicht immer leichtfällt. Oft haben wir erfahren, dass es als zusätzliche Aufgabe und Hürde wahrgenommen wird, nach dem Motto: „Das sollen wir jetzt auch noch machen“. Viele Vereine, insbesondere kleine Vereine, die schon sehr viel für den Schachsport und das Training leisten, erscheint das Thema als zusätzlicher Aufwand.

Wo sehen Sie die größten Hürden?
Wir versuchen Wege zu finden, wie Nachhaltigkeit in Bestehendes integriert werden kann, bestenfalls ohne zusätzlichen neuen Aufwand. Es darf also nicht als zusätzliche Last wahrgenommen werden, sondern es muss auch erkennbar sein, wo für die Vereine ein Mehrwert liegen kann. Dafür braucht es gerade für die kleinen Vereine erprobte „Best-practice“-Beispiele - auch und gerade aus dem Schachsport. Diese Leuchttürme gilt es zu fördern und zu unterstützen, um später eine Multiplikation und Übertragung zu erreichen.

Welche Rolle spielen die Frauen. Ihr Anteil in den Schachvereinen ist ja nicht so groß?
Wir haben zur Förderung von Frauen im Schach einen Gleichstellungsbericht entwickelt und veröffentlicht, der die Ist-Situation darstellt. Wir haben daraufhin Netzwerktreffen von Frauen für Frauen eingeführt, um Ideen zur Verbesserung der Situation zu entwickeln. Wir haben für 2026 für unser Projekt C-Trainer Damen Only einen Nachhaltigkeitspreis vom LSV und vom Umweltministerium erhalten. Dabei wollen wir die C-Trainer Ausbildung zusätzlich mit einer Kinderbetreuung anbieten, damit Mütter (aber auch Väter) ein solches Angebot besser mit ihren Familien vereinbaren können. Da wir im Schachsport eine sehr geringe Frauenquote haben, erhoffen wir uns dadurch gerade für diese Zielgruppe eine Verbesserung und eine Gewinnung von Frauen als Trainerinnen.

Mehr Infos: https://www.svw.info/praesidium/nachhaltigkeit

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