SPORT UND KLIMA | Baden-Württembergische Golfverband

  20.07.2026

SPORT UND KLIMA lautet das Jahresmotto 2026 der SportRegion Stuttgart. In diesem Zusammenhang gibt es gleich vier Online-Serien. In der 7. Folge der „Beispiele aus der Praxis“ geht es um den Baden-Württembergischen Golfvrband (BWGV).

Folge 7: Kooperation zwischen BWGV und NABU

Wohl dem, der einen kompetenten Partner in Sachen Nachhaltigkeit an seiner Seite hat. Beim Baden-Württembergischen Golfverband (BWGV) ist es der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Gemeinsam setzen sich BWGV und NABU für mehr Artenvielfalt ein – und was bietet sich da besser an als ein Golfplatz. 

Der BWGV startete bereits im Jahr 2020 mit der Initiative „Lebensraum Golfplatz – wir fördern Artenvielfalt“. Da kommt die fachliche Unterstützung durch den NABU gerade recht. „Wir freuen uns, mit dieser Kooperation die Weichen für mehr Arten- und Naturschutz auf Golfplätzen zu stellen“, betont der NABU-Landeschef Johannes Enssle. Denn gut gemacht, „können hier Flächen entstehen, die Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten einen passenden Lebensraum bieten“. Sprich: der Golfplatz ist nicht nur für die Sportler da, sondern auch für Tiere. Weiterer Vorteil: Weil Golfanlagen meist mitten in der Landschaft liegen, haben sie zudem das Potenzial für einen Biotopverbund. Der NABU-Landevorsitzende Enssle: „Dieses Potenzial gemeinsam besser auszuschöpfen, liegt beiden Seiten am Herzen!“

BWGV-Präsident Michael Marbler ergänzt: „Mit der Kooperation mit dem NABU wollen wir möglichst viele Golfanlagen darin bestärken, einen aktiven Beitrag zum Natur- und Umweltschutz zu leisten und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.“ Die Golfplätze verfügten über wertvolle Flächen außerhalb des Spielbetriebs, „die als Lebensräume für Wildtiere und Pflanzen genutzt werden können“.  Der BWGV jedenfalls „führt sein langjähriges Engagement für Biodiversität auf den Golfanlagen in Baden-Württemberg konsequent weiter“, gibt Marbler die Marschrichtung vor. 

 Zwei Drittel der insgesamt 90 im BWGV organisierten Golfplätze engagieren sich bereits in der bestehenden Initiative „Lebensraum Golf“.  Die Golfanlagen haben große Flächen, von denen nur rund 40 Prozent für die Spielbahnen genutzt werden. In Summe verfügen die im BWGV organisierten Golfclubs über eine Fläche von 3000 Hektar. 

Der BWGV steht mit seinem Engagement nicht allein da in Deutschland. Im Rahmen des Verbandstages des Deutschen Golf Verbandes (DGV) am 25. April 2026 in Frankfurt gaben der DGV als Dachverband der Golfanlagen, der Golf Management Verband Deutschland (GMVD), der Greenkeeper Verband Deutschland (GVD), die PGA of Germany und der Bundesverband Golfanlagen (BVGA) sowie die zwölf Landesgolfverbände ein gemeinsames Bekenntnis zu einer ökologisch ausgerichteten Nachhaltigkeitsstrategie ab. 

Im Fokus dieses gemeinsamen Bekenntnisses stehen nicht nur zentrale Zukunftsthemen wie die Förderung der Biodiversität, sondern auch der Umgang mit zunehmenden Trockenperioden und Wasserressourcen, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie Energieeffizienz und Klimaanpassung auf Golfanlagen. Ziel ist es, natürliche Ressourcen verantwortungsvoll und nachhaltig zu nutzen und gleichzeitig Natur und Umwelt auf den Golfanlagen gezielt zu stärken. Statt einzelner Maßnahmen und paralleler Initiativen setzen die Verbände auf ein koordiniertes Vorgehen mit gemeinsamen Leitlinien und klaren Grundsätzen.

Auch die Wissenschaft ist mit im Boot. Im Rahmen des bundesweiten Forschungsprojekts „Golf Biodivers“ haben Golfer aus zwölf deutschen Clubs – darunter aus Freiburg, Rickenbach und der Domäne Niederreutin - gemeinsam mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erstmals ein Citizen-Science-Monitoring zu Wildbienen auf Golfanlagen umgesetzt. Ziel des einjährigen Einsatzes war es, Daten zum Vorkommen und zur Entwicklung von Wildbienen und Wespen zu erheben und zugleich das Bewusstsein für Biodiversität im Golf zu stärken. „Da können wir viel erreichen mit unseren Golfanlagen“, sagt BWGV-Geschäftsführer André Kette

Zum Beispiel folgenden Fragen nachgehen: Was passiert eigentlich, wenn man Golfer für eine Saison damit beauftragt, sich auf dem Platz ihres Clubs um Nisthilfen für Wildbienen zu kümmern? Wie verändert sich das Engagement von Golfern, wenn sie regelmäßig Nisthilfen öffnen, Wildbienennester per App bestimmen und ihre Beobachtungen dokumentieren? Zumindest zahlreiche Golfer der zwölf Projektclubs können darauf jetzt Antworten liefern. „Es war manchmal schon aufwändig“, bilanziert der Greenkeeper Oliver Brambring (Coesfeld). Aber, so sagt er auch, „es war auch sehr interessant“. 

„Nachhaltigkeit scheitert selten an der Erkenntnis, sondern häufig an der Umsetzung“, weiß der Präsident des Golf Managment Verbands Deutschland, Stefan Kirstein.  Der große Mehrwert des gemeinsamen Ansatzes im Golfsport liege darin, „dass aus Einzelkämpfern eine starke Gemeinschaft wird. So kann Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich relevant werden und als selbstverständlicher Teil der täglichen Arbeit im Management verankert werden“. Stuart Orme, Präsident des BVGA, schreibt deshalb der Golfgemeinschaft ins Stammbuch: „Golfanlagen sind vielerorts ökologische Oasen. Dieses Bild müssen wir klarer vermitteln. Golf ist nicht das Problem, sondern kann Teil der Lösung sein.“ Für BWGV-Geschäftsführer Kette jedenfalls ist klar: „Das Engagement für die Nachhaltigkeit darf nicht auf dem Golfplatz enden, sondern muss auch in den Köpfen der Spieler Einzug halten.“ 

Mehr Infos: https://www.bwgv.de/nachrichten/artikel-lesen/news-aus-den-clubs-55-hektar-fuer-ein-besseres-klima.html