Event der Woche | Hallenrad-WM in Ludwigsburg
Um eine Weltmeisterschaft zu organisieren, benötigt es in aller Regel monate- oder gar jahrelange Planung. In Ludwigsburg werden nun am Wochenende die Weltmeisterschaften im Hallenradsport stattfinden – und das unter erschwerten Bedingungen. Denn dass die Barockstadt Gastgeber dieses Großereignisses sein wird, ist erst seit zwei Monaten bekannt. Erst Mitte September informierte das Organisationskomitee aus dem eigentlich als Austragungsort vorgesehenen Derby in Großbritannien den Radsport-Weltverband UCI, dass er die Durchführung des Events nicht mehr übernehmen könne. Beim Weltverband erinnerte man sich an die guten Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr, als die Hallenrad-WM in Göppingen stattfand, nahm den Hörer zur Hand und bat den deutschen Radsport-Verband German Cycling darum, erneut als Ausrichterverband in die Bresche zu springen. Ein paar weitere Telefonate und Krisensitzungen später gab es eine Lösung für das scheinbar unlösbare Problem: Die Hallenradsport-WM kann in Deutschland stattfinden, die MHPArena Ludwigsburg steht als Austragungsstätte bereit, dafür muss der eigentlich vorgesehene Termin jedoch um zwei Wochen nach hinten verschoben werden. Neues Datum für die Welttitelkämpfe im Kunstradfahren und im Radball ist somit von Freitag (30. Oktober 2026) bis Sonntag (1. November 2026).
Start beim unverhofften Ausrichter in Ludwigsburg ist am Freitag um 9 Uhr, den Tag über stehen zahlreiche Qualifikationswettbewerbe im Kunstradfahren sowie mehrere Spiele in der unterklassigen Challenger League der Radball-WM der Männer an. Nach der Eröffnungszeremonie um 18 Uhr wird es dann erstmals richtig ernst: Ab 19.15 Uhr wird im Vierer-Kunstradfahren der erste WM-Titel vergeben, anschließend gibt es drei hochkarätige Radball-Partien. Erst treffen die deutschen Radballerinnen auf das Team der Schweiz, danach gibt es bei den Männern die Nachbarschaftsduelle Österreich gegen Schweiz sowie Deutschland gegen Frankreich.
Am Samstag geht es ab 9.30 Uhr mit Hallenradsport der Spitzenklasse weiter. Unter anderem sind die deutschen Radball-Nationalteams an diesem Tag noch zwei weitere Mal gefordert, die Männer gegen Japan (13 Uhr) und Belgien (14.40 Uhr), die Frauen gegen Japan (12.20 Uhr) und die Schweiz (14 Uhr). Außerdem fallen die Titelentscheidungen im offenen Zweier-Kunstradfahren (Finalwettkampf ab 17.30 Uhr) und im Einer-Kunstradfahren der Frauen (Finalwettkampf ab 20.20 Uhr) – hier kommt in Lara Füller vom RKV Poppenweiler die aussichtsreichste Titelanwärterin aus der Region.
Der Sonntag ist dann der dritte Tag der Hallenradsport-WM mit ungewöhnlicher Vorgeschichte – und der bringt als solcher weitere Medaillen-Entscheidungen mit sich. Im Radball geht es beispielsweise ab 13 Uhr in die Halbfinals der Männer und ab 13.40 Uhr ins Finalspiel der Frauen. Das Endspiel im Radball der Männer ist um 16.15 Uhr der Schlusspunkt der diesjährigen Hallenrad-WM. Davor fallen noch zwei weitere Entscheidungen im Kunstradfahren: Um 14 Uhr beginnt der Finalwettkampf im Zweier der Damen, ab 15.40 Uhr geht es dann im Einer der Männer um Bronze, Silber und Gold.
Mehr Infos: https://www.rad-wm.com/